Die Chronik des Musikverein Brigachtal e.V. 1908

Zahlen und Daten


Die Burschenschaft "Einigkeit" unter Joseph Gfell gründet den Musikverein An einem Sonntag des Jahres 1908 schlug die Geburtsstunde des "Musikvereins Klengen". Damals bestand eine Burschenschaft mit dem Namen "Einigkeit". Von studentischen Burschenschaften abgesehen, ist darunter zu verstehen "die männliche Jugend einer Ortsgemeinschaft, mittelalterlich als die ‚jungen Gesellen' oder die ‚Pursch' bezeichnet, die bei Bräuchen und Festen die bestimmende Rolle spielte (so nachzulesen in der "Brockhaus-Enzykopädie"). Verständlich, daß der damalige 1. Vorstand dieser Burschenschaft namens Joseph Gfell mit seinen "Beamten" (so nannten sich die Vorstandsmitglieder) den sehnlichen Wunsch hegte, bei Festen mit einer Musikkapelle aufwarten zu können. So schmiedete man bereits im Jahre 1907 Pläne, erkundigte sich bei Herstellern von Musikinstrumenten, suchte nach einem möglichen Dirigenten und nahm Kontakte mit Kreditanstalten auf, um das nötige Geld zu beschaffen.
Gründungsver-sammlung im "Ochsen" Im Jahre 1908 war es dann schließlich soweit: am 2. Februar selbigen Jahres setzten sich 20 Mitglieder der Burschenschaft "Einigkeit" im "Ochsen " zu Beckhofen (heute zum Brigachtaler Ortsteil Klengen gehörig) an einen Tisch und hielten die Gründungsversammlung des "Musikvereins Klengen" ab. Daß die Versammlung nicht zu trocken verlief, dafür sorgte der gerade von Haslach nach Klengen gezogene Kaufmann Karl Haas: er stiftete ein Faß Bier mit 26 Litern.
Johann Käfer wird erster Vorstand Unter solcherlei günstigen Voraussetzungen nahm die Versammlung dann einen zügigen Verlauf: Johann Käfer wurde vom Vorsitzenden zur Wahl des ersten Vorstandes den neuen Vereins vorgeschlagen und sogleich einstimmig gewählt. Die Geschichte wird uns zeigen, daß man in eben diesem Johann Käfer einen Mann gefunden hatte, der den Verein durch zwei Weltkriege treu geleiten und ihn nach 1946 wieder neu zusammenführen sollte. Damals im "Ochsen" zu Beckhofen jedoch hatte Johann Käfer sich das gewiß nicht träumen lassen, und wir wollen bei der Reihenfolge der Ereignisse bleiben.






Johann Käfer
geboren 03.02.1882
gestorben 13.10.1963

Joseph Gfell wurde zum zweiten Vorstand gewählt, Wilhelm Hildebrand zum Schriftführer, Friedrich Maier zum Kassier und Johann Strobel zum Vereinsdiener. "Ferner", so schreibt der Chronist des Gründungsprotokolls, "wurden einstimmig gewählt Ignaz Effinger als Beisitzer und Musikinspektor mit der Befugnis, die Instrumente von Zeit zu Zeit auf Sauberkeit etc. zu prüfen; sowie der Ehrenpräsident Burschenschaft Schuhmachermeister Maier, der sich um das Zustandekommen des Vereins sehr verdient gemacht hat, als Ehrenvorstand."
August Litterst wird der erste Dirigent "Hierauf", so fährt der Chronist fort, "ermunterte der Vorsitzende zu festem Zusammenhalten und schloß die Versammlung. Durch Vorverhandlungen war als Dirigent und Lehrmeister August Litterst von Wolterdingen gewonnen worden."
Die Instrumente sind da Daß die Vereinsgründung nicht ohne sorgfältige Vorbereitungen in Angriff genommen worden war, beweist die Tatsache, daß bereits acht Tage später die Instrumente eintrafen. Sie wurden geliefert von der böhmischen Firma Rohland & Fuchs und am selben Tage, am 10. Februar 1908, durch Lehrmeister Litterst an die Musikanten verteilt, und zwar: an Johann Käfer den Baß, an Friedrich Maier die Trompete, an Ignaz Effinger das Flügelhorn, an Wilhelm Hildebrand, Josef Schleicher und Johann Zipfel die Althörner und an Max Bucher und Franz Josef Bucher die beiden Klarinetten.
Erste Probe am 10. Februar 1908 Sogleich begann man mit der ersten Probe , welche im sogenannten "Zimmermanns Haus" abgehalten wurde. Am 22. Februar wurde nicht nur das Protokollbuch, dem wir all diese Informationen verdanken, bezahlt, sondern auch ein weiteres Althorn und eine Trompete aus Röthenbach beschafft, denn mittlerweile war der Musikverein durch Beitritt neuer Musikanten verstärkt worden: hinzugekommen waren Ferdinand Rau und Oskar Maier.
Der junge Verein erhält einen Kredit In den nächsten Tagen fanden Anton Hildebrand, Dionys Münch und Rudolf Kaltenmaier zu den Proben, und ebenfalls noch am 22. Februar konnte Ehrenvorstand Alois Maier unter Vorlage des Schuldscheines der Versammlung die freudige Mitteilung machen, daß man vom "Ländlichen Kreditverein" saubere 500 Mark erhalten habe, zurückzuzahlen gegen fünfprozentige Verzinsung innerhalb von fünf Jahren.
Die Gründung war vollzogen, der Bestand des Vereins gesichert. Am 19. März 1908 wurden in einem Konzert in Hubertshofen die Instrumente eingeblasen, und die Tatsache, daß noch im Monat März zehn und im April sieben Proben abgehalten wurde, beweist, daß mit dem neuen Verein keine Eintagsfliege geboren worden war.
Schnurstracks führt nun der Weg, wie es sich für eine Musikkapelle gehört, mitten ins heimatliche Kulturgeschehen, aus welchem der Verein schon bald nicht mehr wegzudenken war.
Daß der junge Musikverein nicht ohne eigenen Stolz war, bezeugt eine Eintragung vom 29. Mai 1908: "Es wird beschlossen, die von Adlerwirt Kraus, Kirchdorf gestiftete Mark abzuweisen, weil durch ihn die Anstellung der Doser'schen Musik bei der Fahnenweihe des Militärvereins Kirchdorf bewerkstelligt wurde; so man hört!"
Erstes öffentliches Auftreten am 31. Mai 1908 Schließlich aber sollte eben diese Fahnenweihe zum ersten öffentlichen Auftritt unserer Musikkapelle am 31. Mai 1908 führen: "Die Musik begleitete den Militärverein Klengen und tritt das erste Mal öffentlich auf. Im Saale des Gasthauses Löwen in Kirchdorf wird Platz und nachher am Festzug teilgenommen. Wirt Mauch stellt Bier und Vesper gratis. Es werden drei Märsche, zwei Konzertstücke und das Lied ‚Heil dir im Siegerkranz' gespielt. Großer allgemeiner Beifall und Anerkennung durch Ehrenvorstand Maier."
Der Beifall und die Anerkennung sollte dem Musikverein auch weiterhin nicht versagt bleiben, als er in den kommenden Jahren unzählige Male bei allen kulturellen Anlässen, bei festlichen und fröhlichen, wie auch bei ernsten Gelegenheiten in der Öffentlichkeit auftrat.
So erfahren wir aus den alten Schriften beispielsweise, daß das traditionsreiche alljährliche Hammellaufen am Kirchweihsonntag bereits in den Anfangsjahren des Vereins seinen festen Platz hatte: "Am Kirchweihsonntag, den 17. Oktober, fand im Sternen ein Hammellaufen statt mit darauffolgender Tanzbelustigung."
Erster Weltkrieg Der August 1914 jedoch brachte die Vereinstätigkeit zum vorläufigen Stillstand: 14 der aktiven Musiker wurden eingezogen. Die Instrumente wurden im Hause von Johann Käfer, Kasse und Kassenbücher bei Joseph Gfell untergebracht. Fünf Musiker kehrten nicht mehr aus dem Felde zurück, unter ihnen Wilhelm Hildebrand, der noch sechs Jahre zuvor den Musikverein mit gründen half.
Neugründung am 25. Januar 1920 Vorstand Johann Käfer geriet am 14. Oktober 1916 in Gefangenschaft. Erst am 25. Januar 1920 tat sich der Verein zu einer neuen Gründungsfeier zusammen; es war wieder ein Sonntag, und zum ersten Vorstand wurde wiederum Johann Käfer gewählt.
Ein erster Preis Sofort setzte wieder eine rege Vereinstätigkeit ein, und vier Jahre später am 1. Juni 1924, holte man sich gleich bei der ersten Beteiligung an einem Preisspiel, nämlich in St. Georgen, einen 1 d-Preis.
Joseph Gfell und Alios Maier gestorben Joseph Gfell, zweiter Vorstand aus der Gründungszeit, wurde am 20. Mai 1923 und der Ehrenvorstand Alois Maier, der damals ebenfalls von der Burschenschaft "Einigkeit" gekommen war, am 23. August 1925 beerdigt und auf ihrem letzten Weg von der Musik begleitet.
20 jähriges Jubiläum Anläßlich des 20jährigen Bestehens des Vereins im Jahre 1928 wurde in der Generalversammlung am 27. Januar 1929 beschlossen, allen aktiven Mitgliedern für 20jährige Vereinszugehörigkeit ein gerahmtes Diplom zu überreichen. "Jedem passiven Mitglied, das zwanzig Jahre und mehr dem Verein angehört, spielt die Musik bei seiner Beerdigung," heißt es weiter in dem Beschluß.
25 jähriges Jubiläum Das 25jährige Jubiläum des Vereins im Jahre 1933 feierte man am 22. und 23. Juli anläßlich des sechsten Baaremer Musiktages in Klengen. Der Chronist weiß von einem "prächtigen Festwetter" und "einer Erstarkung der Vereinskasse" zu berichten.
Im Jahr darauf, 1934, wehte wiederum ein Zeichen der Zeit in das Vereinsleben hinein: Der Stützpunktleiter nimmt die "Gleichschaltung" innerhalb des Vereins vor. Der Vorstand heißt nicht mehr Vorstand, sondern "Vereinsführer", Vorstandsmitglieder werden nicht mehr gewählt, sondern "vom Vereinsführer ernannt". Wie wenig diese "Gleichschaltung" jedoch das Vereinsleben berührt, bezeugt das Protokollbuch: zwar schließt man die Sitzungen pflichtgemäß mit "Sieg Heil", auch werden Vorstandmitglieder pflichtgemäß und formell "ernannt", nur eben erst, nachdem sie die Versammlung gewählt hat. Und "Vereinsführer" Johann Käfer unterzeichnet die Protokolle auch weiterhin wie gewohnt als "Vorstand".
Der erste 1a-Preis Auch auf musikalischem Gebiet geht der Musikverein seinen Weg unbeirrt weiter: am 20. Mai 1934 holt man beim Musikfest der "Harmonie Villingen" gar einen 1a-Preis.
Am 29. Januar 1939 legte Johann Käfer nach "30jähriger, mustergültiger Führung", wie der Chronist bescheinigt, sein Vorstandamt nieder.
Johann Käfer und Johann Zipfel retten den Verein durch den Krieg Zum neuen Vorstand wird einstimmig Emil Bartler gewählt. Im Jahre 1940 wird infolge des Krieges keine Generalversammlung abgehalten, und im Dezember desselben Jahres ist es wiederum Johann Käfer, der die Vereinsgeschäfte übernimmt. Die Musiklehrlinge üben weiter unter der Leitung von Johann Zipfel.
Mit einer Protokoll-Eintragung aus dem Kriegsjahr 1940 hören wir zum ersten Mal etwas über die Existenz einer Jugendmusik im Musikverein Klengen. Die erwachsenen Musiker waren eingezogen, und so bildeten die "Musiklehrlinge" oder "Lehrjungen", wie sie genannt wurden, erstmals notgedrungen eine eigene Kapelle. Sieben junge Burschen im Alter von 16 Jahren waren es, die seit 1938 in die musikalische Lehre von Johann Zipfel gegangen waren, und die schließlich, an einem Aprilsonntag des Jahres 1941 ihrem ersten öffentlichen Auftritt entgegensahen: Dort, wo vor 33 Jahren der Musikverein gegründet worden war, nämlich im "Ochsen" in Beckhofen, hatten sie am 20. April ihr Debüt.
Im Jahre 1941 sorgt Johann Käfer für weitere Auftritte der "Lehrjungen", wie er selbst sie nennt, und organisiert die Versendung von Feldpostpäckchen an die aktiven Musiker im Feld.
Weit über ein Dutzend öffentlicher Auftritte kennzeichnet die Aktivität der jungen Kapelle bis Ende des Jahres 1942, als auch diese sieben Burschen einrücken mußten.
Erste Zusammenkunft nach dem Krieg Gewissenhaft führt Johann Käfer Buch über die eingezogenen aktiven Mitglieder, über die Gefangenen und Heimgekehrten. So rettet er das Lebenslicht des Vereins durch die schweren Kriegsjahre hindurch bis zum Jahre 1946. Am 31. Januar 1946 nämlich kann erst wieder eine erneute Zusammenkunft der aktiven Mitglieder, welche nicht im Kriege waren, und derjenigen, welche aus der Gefangenschaft entlassen waren, stattfinden. Anwesend waren hierbei: der Vorstand Emil Bartler, ferner Johann Käfer, Johann Zipfel, Anton Zipfel, Anton Hall, Waldemar Bartler, Karl Käfer und Johann Schneckenburger. Man mußte feststellen, daß ein Großteil der Instrumente, wie es im Protokoll heißt, "durch den Kriegsdurchbruch am 24. auf 25. April 1945 vernichtet wurden, auch die Noten haben schwer gelitten".
Wiederaufbau So beschloß man eine "Jungmusik" zusammenzustellen, und "was an Instrumenten übrig ist, sollen junge Musiker nachgezogen werden". Desweiteren soll "Heinrich Stumpf Villingen gedungen werden", um die wiederaufgebaute Musikkapelle zu dirigieren.
Einen Monat später, am 2. Februar 1946, wurde wieder die erste Probe abgehalten, und noch im selben Monat, am 17. Februar, erfolgte der erste Auftritt bei den Aufführungen der Theatergesellschaft.
  Somit waren auch die Wirrnisse des zweiten Weltkrieges überstanden, trotz schmerzlicher Verluste konnte der Idee der Musik kein Abbruch zuteil werden.
Das 50jährige Jubiläum Geradlinig läßt sich von nun an der erneute Aufschwung verfolgen, die Kapelle marschiert von Erfolg zu Erfolg, und zu Pfingsten 1957 feiert man das 50jährige Jubiläum des Vereins unter Mitwirkung von 28 Kapellen aus nah und fern. Der Chronist bescheinigt der drei Tage dauernden Jubiläumsfeier "einen vollen Erfolg" und dankt "allen, die durch ihre Arbeit zu diesem Erfolgt beigetragen haben".
Der Nachwuchs tritt an die Öffentlichkeit Nach dem Kriege widmet man sich zwar verstärkt der Nachwuchs-Ausbildung, jedoch erst 1957 verzeichnet der Chronist wieder fünf Zöglinge, womit ein neuer Anfang geschafft ist: 1958 wird Waldemar Bartler zum Zöglingsausbilder gewählt, und am ersten Weihnachtsfeiertag 1962 wurden bei einer Weihnachtsfeier mit Konzert erstmalig wieder die Nachwuchsmusiker unter dem Dirigenten Waldemar Bartler der Öffentlichkeit vorgestellt.
Johann Käfer stirbt nach 55jähriger Tätigkeit Am 16. Oktober 1963 erwies der Musikverein dem verstorbenen Gründungs-Vorstand Johann Käfer die letzte Ehre. 55 Jahre hatte Johann Käfer voll Idealismus zum Verein gehalten, davon über 30 Jahre als Vorstand. Vorstand Emil Bartler legte im Namen des Vereins einen Kranz am Grab nieder. Mit dem Lied vom guten Kameraden nahm der Musikverein Abschied von seinem treuesten Freund.
Jugendmusik unter Karl Köllemann und Josef Schleicher Im Jahre 1968 wird der wohl entscheidendste Schritt in der Jugend-Ausbildung getan: mit Unterstützung von Rektor Lothar Störr - damals Präsident des Musikvereins - kann eine ganze Reihe Jugendlicher für die Idee der Blasmusik begeistert werden, so daß man Ende 1968 auf ein ansehnliches Potential von Jugendmusikern blicken kann. Die Dirigentenfrage löst, als Karl Köllemann aus Donaueschingen gewonnen wird. Gemeinsam mit Schriftführer Josef Schleicher beginnt man am 10. Februar 1969 mit der Unterweisung von 29 Jugendmusikern.
  Damit ist eine Jugendkapelle geboren, die endgültig Tritt faßt und von nun an zum festen Bestandteil des Musikvereins gehört. Mit dem Weggang Karl Köllemanns übernimmt 1971 Josef Schleicher den Dirigentenstab in der Jugendmusikkapelle und wird in der Generalversammlung 1972 zum Jugendleiter gewählt. Damit gibt Josef Schleicher seinen Schriftführerposten im Verein auf und widmet sich ganz der Jugendausbildung. 1973, zwei Jahre nach der Übernahme des Dirigentenstabes, kann er bereits auf 39 Jungmusiker blicken.
  Seit März 1983 ist Otmar Strobel gewählter Jugendleiter. Wolfgang Henseleit führt seit 1979 die Jugendkapelle als Dirigent. Was die Jugendmusik seit Bestehen an Jugendarbeit geleistet hat, wird deutlich, wenn man die mittlerweile bekannte und beliebte Kapelle mit 28 Jungen und Mädchen spielen hört.
  In der Generalversammlung am 25. Januar 1976 warf ein großes Musikereignis seine Schatten voraus: Verbandspräsident Ewald Merkle war gekommen, um sich mit den Brigachtaler Musikkameraden über die Ausrichtung des neunten Verbandsmusikfestes des Blasmusikverbandes Schwarzwald-Baar zu besprechen. Ausrichter wird der Musikverein Klengen sein, und Präsident Merkle meinte, dies werde ein Höhepunkt in der Gemeinde. Fleißig ging es nun an die Vorbereitungen, in zahllosen Vorstands- und Festausschußsitzungen arbeitete man auf das große Ereignis hin, bis schließlich am 21. Mai das Verbandsmusikfest glanzvoll eröffnet werden konnte.
Beim Heimatabend am Sonntag beteiligten sich die örtlichen Vereine, und am Montag bildeten das Kinderfest im Festzelt und der abendliche Tanz den Ausklang.
  Das Jahr 1977 brachte den denkwürdigen Beginn der Freundschaft mit der Musikkapelle aus Wildon bei Graz in Österreich, durch den Ausflug dorthin, woran sich jeder noch mit Freuden erinnert. Am Freitagabend, 2. September, startet man mit Pauken und Trompeten in der Eisenbahn ab Bahnhof Klengen. Die Reise verlief in guter Stimmung, und am Samstagmorgen wurden die Klengener in Graz von der Marktkapelle Wildon empfangen. Nach dem Frühstück und einer Stadtführung brach man in das benachbarte Wildon auf, wo mit einem Stehimbiß aufgewartet wurde. Am Sonntag im Festzelt konnte die Klengener Musikkapelle mit einem gelungenen Konzert begeistern, und abend feierte man bis spät in die Nacht mit den Wildoner Freunden. Am frühen Montagmorgen gab es ein Abschiedsständchen auf dem Bahnhof, und mit müden Gesichtern ging es nach diesem schönsten Ausflug wieder auf die Heimfahrt.
  Mit dem Besuch in Österreich messen konnte sich allenfalls die Fahrt in die Tschechoslowakei im Jahre 1982, wo der Musikverein bei Wertungsspielen im Rahmen des Zweiten Internationalen Volks- und Blasmusiktreffens teilnahm. Wenngleich die Hinfahrt schon unter dem schlechten Stern mangelhafter Technik stand - es gab Probleme mit dem Busmotor - so kam man doch zwar zu spät und müde, so aber glücklich und voll drängenden Unternehmungsgeistes am Samstagnachmittag, 3. Januar, in Pilsen an. Der darauffolgende Sonntag brachte den Besuch eines Bläserkonzertes in Prag, zu Abend gegessen wurde in einem Weinkeller, und schließlich kamen auch unsere Musiker selbst einmal dazu, das Tanzbein zu schwingen. Vom Montag an wohnten die Klengener in Brünn, von der Chronistin wurde hier nicht nur das Hotel, sondern auch der Reiseleiter gelobt. Am Dreikönigstag, Mittwoch, erreichte der Musikverein die Endrunde im Wertungsspiel und schließlich gar den dritten Platz. Tränen gab es bei der Abreise am Freitag, und nach einer 32-Stunden-Heimreise, inklusive 12-Stunden-Stau, erreichte man wieder das heimatliche Klengen. Noch lange, so bestätigt die Chronistin, wird diese Fahrt in der Erinnerung lebendig sein, zumal sich der gute Wertungsspiel-Erfolg mit Freude und Ausgelassenheit ideal verbanden.
   
 

Diese Chronik ist eine Abschrift aus der Jubiläumsfestschrift von 1983 (75 Jahre Musikverein Klengen). Die Festschrift wurde damals mit folgenden Worten beendet:.

Dies war, wie wir wissen, nicht der erste Erfolg, und es wird nicht der letzte unter der musikalischen Leitung von Gerhard Globig sein: Gerhard Globig führt den Dirigentenstab seit 1972 in bewährter Weise. Er blickt heute mit seinem Vorstand Bernd Albert auf 45 aktive Musiker, 23 Jungmusiker und 12 Zöglinge.

Wir arbeiten nun daran die Chronik bis zum heutigen Tage fortzusetzen!!!